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04
Mar

Starker Schweizer Franken macht IT-Oursourcing nach Polen noch attraktiver

Polen weckt immer stärker das Interesse multinationaler Unternehmen auch aus der Schweiz. Ob Aufbau eigener Business Service Center oder Produktionsverlagerung, die schweizer Unternehmen gehörten im Jahr 2012 zu den 3 größten ausländischen Investorengruppen bei den Neuinvestitionen in Polen. Der starke Schweizer Franken ist jetzt ein noch größerer Anreiz für Outsourcingaktivitäten nach Polen.

Im Jahr 2013 erhöhte sich der Handelsüberschuss zwischen Polen und der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr von 59 auf 84 Millionen Euro. Der Wert der exportierten Waren belief sich auf 1,27 Milliarden Euro während die Importe 1,19 Milliarden Euro ausmachten. Die dynamische Entwicklung des polnischen Exportüberschusses ist hier auf die wachsende Zahl von schweizer Investitionen vor allem in Business Service Center in Polen zurückzuführen.

Neben den bekannten, positiven Faktoren wie die günstige geografische Lage, keine multikulturellen Kommunikationsprobleme, Zugänglichkeit zu hochqualifizierten Arbeitskräften und der niedrigeren Arbeitskosten profitieren die schweizer Unternehmen derzeit auch von dem starken Franken-Wechselkurs zu dem polnischen Zloty. Noch nie war der schweizer Franken Kurs so hoch. Wo man im Jahr 2008 noch ca. 2 Zloty für eine Franken bekam, sind es derzeit ca. 3,80 Zloty.

Das Land wird derzeit als einer der besten Standorte für Business Process Outsourcing (BPO) sowie für Shared Services Centres (SSC) bezeichnet. Auch Konzerne aus der Schweiz wie Roche und UBS haben sich entschieden in BPO-Standorte zu investieren. Bis zum Jahr 2004 entstanden 96 solcher Service Center mit ausländischem Kapital in Polen. Heute existieren bereits 470, die insgesamt rund 128.000 Personen vor allem Hochschulabsolventen, Fach- und Führungskräfte beschäftigen. Bis Ende 2015 soll die Zahl auf 160.000 Beschäftigte steigen. Den größten Teil der Belegschaft machen derzeit Mitarbeiter im IT-Support (29%) und im Finanz- und Rechnungswesen (22%) aus.

Die Verlagerung der IT-Aufgaben nach Polen bietet den schweizer Unternehmen vor allem Lohnkostenersparnisse, mehr Flexibilität und vor allem Wettbewerbsvorteile. Auch ist Polen als Absatzmarkt für innovative Technologien aus der Schweiz sehr interessant. Da aber der teure Franken den Markteintritt immens schwierig macht, kann Outsourcing in das Land diesen Schritt wesentlich vereinfachen.

Von der Auslagerung der IT-Aufgaben nach Polen profitieren nicht nur Konzerne, sondern für die schweizer KMUs erscheint eine Zusammenarbeit mit den polnischen IT-Unternehmen besonders interessant. Denn viele von den polnischen Unternehmen haben sich auf Dienstleistungen für ausländische Kunden spezialisiert und sie haben mehrsprachige Mitarbeiterteams gebildet, die mittlerweile über breite, internationale Kompetenzen verfügen. Dies bietet die Möglichkeit, ohne lange Anlaufzeit und ohne hohe Investitionsvolumina Kostenersparnisse zu realisieren, weil auch die IT-Dienstleistungen noch wesentlich günstiger sind in Polen als in Westeuropa. Zum Vergleich: Während ein Software-Entwickler aus Zürich oder Bern rund 10.000 Franken brutto im Monat verdient, erhält sein polnischer Kollege etwa 2.000 Franken brutto.